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The Big 4 – Gelassen vierzig werden

Fotos Anna Lena Gerharz

The Big 4 – Gelassen vierzig werden

Ich sitze in meiner Küche und schwänze. Ja, ich verkrieche mich heute in meinem Zuhause und lasse die Welt draußen. Mein Co-Working-Space darf erst Montag  wieder mit meiner Anwesenheit rechnen, denn ich bleibe in meinem Homeoffice.

Musik läuft, wie so oft höre ich eine Mischung aus Lizzo (favourite bitch of all time), bekannten Motown Klassikern und dem Soundtrack vom Film Pina. Für den heutigen Beitrag wollte ich mir Zeit nehmen und vollkommene Ruhe haben.
Denn diese Frau hier wird 40 – in knapp zwei Monaten.

Während ich also gelassen damit umgehe und mir das Buch „Vierzig werden à la parisienne” zugelegt habe, mache ich mir wegen der großen Vier ein paar Gedanken. Wie immer mit viel Humor und einem Augenzwinkern. Das macht eh alles leichter im Leben.

Vielleicht wartet auf dich ja auch eine runde Zahl oder du hast erst vor kurzem genullt. Erzähle mir doch davon!

Legen wir los.

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Der Körper – Was ändert sich mit 40?

Gute Frage? Ist der Lack ab oder muss ich einfach mehr lackieren?
Machen wir eine kurze Bestandsaufnahme:

Fakt ist, wenn ich meine Arme hochhebe, ist meine Brust noch zwanzig (HA!), aber wenn ich sie herunterlasse, leider vierzig. *zwinker*
Meine Tante-Erna-nachwinke-Arme sind immer noch nicht straff und werden es auch nie sein. Es sei denn, ich lasse nachhelfen, und auch sonst bin ich eher weich und kuschelig als strafff (jawohl, mit drei f)

Meine erotische Nutzfläche ist somit immer noch groß, doch meine Liebe auch: ich mag mich mehr als vor zwanzig Jahren. Danke Selbstliebe!

Weitere Funfacts: Meine Augenringe werden tiefer und tiefer. Immer wichtiger wird mir auf Fotos daher die richtige Ausleuchtung, denn hartes Licht macht alt. Ha, ha!

Mein Schlupflider sind je nach Tagesform deutlich ausgeprägter, ich habe zwei kleine Beauty-Eingriffe hinter mir und – ätsch – es keinem gesagt. Ganz ehrlich, solange ich alles vertreten kann, muss ich das auch niemanden sagen. But now you know …
In meinem Gesicht habe ich zwei lange dunkle Haare am Kinn entdeckt und mich schlapp gelacht. Außerdem ist der Damenbart auch für Frauen mit blondem Haar ein Thema, und ich bekomme Warzen und weitere Leberflecke. Scary!
Wenn du jetzt noch weiterliest, schockiert dich das alles nicht – danke.

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Der Kopf – noch alle Tassen im Schrank?

Ja, ich gebe zu, ich bin vergesslich. Ich habe zu viele Tabs offen und möchte weiterhin alles auf einmal. So typisch Tanja! Ungeduld ist mein zweiter Name, und auch mein Om-Tattoo am rechten Handgelenk hat daran nichts geändert. Aber – ich bin tatsächlich gelassener. Mir gehen so viele Dinge einfach am, excuse my french, Arsch vorbei, und das ist so herrlich befreiend.
Ich muss nicht mehr alles wissen, ich interessiere mich nicht mehr für den neuesten Gossip, und ich bin so dankbar dafür. Ich schaue nicht zu viel nach links und rechts und mache einfach mein Ding. I do my thing, girl! Yes! Und ich liebe, was ich tue, mit jeder Faser meines Körpers. Ich bin empathischer, kann Gefühle besser zeigen und zulassen. Das ist unfassbar wertvoll für mich.

Selbstliebe ist kein unverständliches Wort mehr, sondern ein echter Zustand. Ich bin mehr bei mir als jemals zuvor und verstehe, lebe und fühle das große Wort Selbstliebe jeden Tag. Ich bin genug, so wie es mit Enough auf meinem Handgelenk steht.

Was hat mir bei meiner Suche nach Selbstliebe geholfen?

Zeit mit mir allein. Ich war im Kloster und mehrmals allein im Urlaub. Es tut so gut, sich außerhalb der eigenen vier Wände zu begegnen. Zeit nur mit dir, und wenn möglich auch ohne Smartphone, ist die beste Challenge. Es gibt dir Zeit, zu reflektieren, du kannst neue Dinge manifestieren (beschließen) und dir über alles mögliche Gedanken machen. Sei gut zu dir! Hier habe ich dir noch einen älteren Artikel herausgesucht zum Thema Selbstliebe.

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Die Männer – Einmal tief durchatmen, bitte

Ich habe ja schon viel von meinem Dating-Leben preisgegeben, und was ich soll ich sagen? 

“I am single, and you have to be amazing to change that!”

Ich glaube weiterhin an die Liebe, daran, dass ich jemand Passendes finde und ich freue mich, dass dieser Partner irgendwo da draußen ist und mich auch sucht.

Ich möchte etwas Besonderes, jemand Besonderen – und das ist nicht zu viel verlangt.
Nein, ich bin kein Kind von Traurigkeit und lebe auch nicht im Zölibat. Wenn der passende Mensch in mein Leben tritt, werde ich es merken, und darauf freue ich mich. Fakt, Ladies, und das schmerzt: Diese Generation hat sie nicht mehr alle! Das Internet hat uns alle beliebig und austauschbar gemacht. Die Auswahl ist riesig, und die Qualität leider begrenzt. Ich habe meine Suche um ein paar Jahre erweitert (bis 45), denn mit den Männern in meinem Alter komme ich nicht zurecht. 

Ich pauschalisiere hier viel, aber nach ein paar Dates war mir klar, dass ich eine reifere, durchgeknallte, lustige, große und humorvolle Person an meiner Seite haben will. Mehr wird nicht verraten. Viele stecken in Entwicklungsprozessen, und die habe ich in den letzten Jahren hautnah miterlebt. Einen Partner an der Seite zu haben ohne wirkliches Ziel, der sich nicht festlegen will? Been there, done that. Will ich nicht erneut haben.

Spaß und künstliche Nähe kannst du sehr schnell haben. Etwas Echtes hingegen braucht Zeit und Vertrauen, ist Arbeit und fühlt sich trotzdem leicht an.

Mein Tipp: Wenn du noch in deinen Zwanzigern bist und in einer Beziehung, dann wünsche ich dir von Herzen nur das Beste. Die schweren Zeiten werden aber kommen – so oder so. Ich wollte es damals nicht hören, und wer verliebt ist, den interessiert das alles auch nicht. Sich aber ein gutes und solides partnerschaftliches Fundament aufzubauen, braucht Zeit und den Einsatz von zwei Menschen. Wenn sich etwas falsch anfühlt, auch wenn es weh tut, dann musst du vielleicht deinen eigenen Weg gehen. Wenn es sich lohnt zu kämpfen, dann kämpfe wie eine Löwin.

Sich in einer Partnerschaft nicht selbst zu verlieren ist wichtig. Zu wissen, wer man ist, ist unbezahlbar. Seinen Wert zu kennen (völlig unabhängig von deiner Schönheit) ist immens wichtig. Ich würde meinem jüngeren Ich gerne den Rat geben, viel früher zu reagieren und zu handeln. Wer dir einmal sein wahres ICH zeigt, der ändert sich nicht. Der tut es immer wieder. Der wird sich für nichts und niemanden ändern, sondern nur etwas Neues suchen und den gleichen Mist auch dort weitermachen.

Das Umfeld – weniger ist oftmals mehr

Ich habe Freunde in meinem Umfeld, die kenne ich teilweise schon zwanzig Jahre. Zugegeben, dass es eine Freundschaft so lange gibt ist selten, aber ich liebe meine Mädels.
Manchmal kommen welche hinzu und oftmals gehen welche. Das ist der Lauf der Dinge.
Allerdings halte ich meinen engsten Kreis seit Jahren klein und mag das so.

Ich komme aus einer Großfamilie und liebe Menschen um mich herum. Meine liebsten Menschen wissen sehr viel über mich. Ich bin keine Frau, die andere leichtfertig ins eigene Leben lässt. Freundschaft und Familie haben einen sehr hohen Stellenwert, und so möchte ich es auch von den Menschen um mich herum.

Mich für andere zu verstellen, nur damit sie mich toll finden oder ich von ihnen gemocht werde, darauf habe ich keine Lust. Ich will auch keine Freunde, mit denen ich nur übers Shoppen reden kann. Ich will deep connections, eine tiefe Verbindung. Oberflächlicher Smalltalk kann mal sein, erfüllt mich aber nicht mehr.

Meine wahren Freunde kennen mich, wenn ich völlig zerknittert mit Dödel auf dem Kopf und nem Fleck auf dem Kleid verschlafen meine Tür öffne.

Sie kennen aber auch die All-glammed-up-Version, deren Highlighter den Hamburger Flugverkehr lahmlegen könnte. Ich alte Dramaqueen, hi hi.

Vor ihnen will ich sein, wie ich bin. Es ist egal, wie erfolgreich ich bin, wie viele Follower ich habe. Wir sind wie Schwestern, und das findet man nicht alle Tage.
Meine Freunde wissen alles über mich und mögen mich trotzdem 🙂

Leider ist es so, dass sich auch Freundschaften verlieren oder es einfach nicht mehr passt. Es gehört zum Leben dazu und tut manchmal auch weh.

Und so insgesamt?

Alles gar nicht so schlecht. Auch wenn ich beim Aufstehen merke, dass mein Gesicht länger braucht zum Wachwerden. *lach* Hier und da zwickt es mal, und wenn ich keinen Sport mache, fühle ich mich wie eingerostet und alt.

Eigentlich wollte ich immer zwei Kinder, aber irgendwann ist mir dann klar geworden, dass der Zug jetzt abgefahren ist und ich keines mehr bekommen werde. Über vierzig ein Kind zu kriegen ist für mich keine Option. Mein Sohn ist bereits 16, sehr gut geraten und mein ganzer Stolz. Mich aber mit dem Thema auseinanderzusetzen war sehr wichtig für mich. 

Ich freue mich auf die Vierzig, auf einen neuen Lebensabschnitt, auf noch mehr Spaß, auf neue Projekte, große und kleine Taten und auf das Älterwerden. Und worauf freust du dich?

Alles Liebe,

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Kommentar

  1. …..bewahre Dir Deine,…heitere und humorvolle Art…diese BEIDEN Eigenschaften werden Dir jedes Alter,..pardon,..jedes Lebensjahr…verschönern. Mut und Tiefgang,..ergänzen,Dein menschliches /empathische Wesen. EINE Zahl,..wird diese Eigenschaften nur festigen.

    Ich erlaube mir diese Zeilen, da ich Zahlenmäßig..weiter fortgeschritten bin….

    ….aber,auch ich lerne…dazu…dafür bin ich unendlich ,dankbar!….Es geschafft zu haben,..auf die Fashion-Days zu gehen,..und das ganz Alleine.Ohne Freundin,Ohne Mann,..nur ich und meine Verwundtbarkeit…..Danke Dir, für dieses Erlebnis….sehr sehr wichtig für mich!

    Auch,die Alten Fregatten,..verlieren dann und wann…im Sturm…den Kurs!
    Schön,daß es mutige Frauen gibt,….und NEUE Wege…aufzeigen!!!

    …..einen schönen Sonntag… einen schönen…..Geburtstag…..auch wenn es noch etwas Zeit hat.
    Lieben Gruss