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Was ich mir für Plus Size wünsche: Selbstverständlichkeit!

„Wir müssen weiterdenken, jenseits von Schubladen und Körperformen. Jenseits aller uns vorgelebter Normen. Vielfalt sollte 2019 nicht die Ausnahme sein, sondern Realität.“

Hallo, ihr!

Zwei Wochen sind jetzt seit den ersten Diversity Fashion Days vergangen und mein Team und ich, wir werden immer noch von viel Liebe, euren wundervollen Worten und dem Zuspruch getragen. Danke!!

Wir haben sowas von gerockt, und ich bin unfassbar stolz auf uns alle.
Nach ein wenig mehr Schlaf und etwas Ruhe konnte ich mir Gedanken machen über ein paar Dinge, die ich etwas verständlicher erklären möchte.

Vorab möchte ich erwähnen, dass es nie einfach ist, ein völlig neues Konzept aus dem Boden zu stampfen und für alle zugänglich zu machen. Jahrelang habe ich mich ausschließlich für Plus Size engagiert. Ich war die Erste, die Diversität innerhalb der großen Größen gezeigt und dieser wichtigen Sache einen wertigen Rahmen gegeben hat.

Viele Jahre habe ich mich ausschließlich auf eine Branche konzentriert, habe viel von ihr gelernt und viel dazu beigetragen, dass Plus Size akzeptiert und gesehen wird.

tanja marfo

Ich will Selbstverständlichkeit

Heute möchte ich aber nicht mehr von Akzeptanz sprechen oder von einem geschützten Rahmen. Ich will eine Selbstverständlichkeit und eine Verschmelzung von Grenzen, die es so vielleicht noch nicht gegeben hat. Weder grenze ich mich von meiner Community ab noch distanziere ich mich. Plus Size ist mir wichtiger denn je, und ich mache und erreiche viel mehr für meine treue Community als zuvor. Denn – ich gehe mit meiner großen Konfektion und anderen Größen ganz selbstverständlich um.

Verstecken war gestern, und genau diese Einstellung will ich beibehalten. Ich will euch und alle Kleidergrößen auf den großen Shows sehen. Wie in New York und anderen Fashion Shows will ich, dass Plus Size selbstverständlich mitläuft.

Ich will in die große weite Welt hinaus und euch und mich dort platzieren, wo wir gesehen werden. Eine einzelne separate Veranstaltung ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß und grenzt uns erneut von allen anderen ab.

Die Medienwelt soll uns als wertig und professionell wahrnehmen. Ich will keine fat and jolly Mädels und Jungs, ich will vielseitige Mode und tolle Frauen und Männer sichtbar werden lassen.

tanja marfo

Wann ist es sinnvoll, einen geschützten Rahmen zu suchen? 

Für mich ganz klar bei Sportprogrammen und in den Situationen, die sehr schambehaftet für uns sind. Diese ist für jeden unterschiedlich.

Für mich war es lange schwierig, Fashion Veranstaltungen zu besuchen, auf denen Menschen sind, die nicht so aussehen wie ich. Aber ich möchte heute, ehrlich gesagt, nichts anderes mehr und falle gerne auf. Ich weiß, dass ich meine Community immer mitnehmen kann und für euch alle einen Weg gehe, der etwas bewegt. Ich will Selbstverständlichkeit, und Vielfalt ist für mich das Zauberwort. Wie sonst sollen wir es jemals schaffen, Normalität für alle Körperformen zu bekommen? 

Wir müssen weiterdenken, jenseits von Schubladen und Körperformen. Jenseits aller uns vorgelebter Normen. Vielfalt sollte 2019 nicht die Ausnahme sein, sondern Realität.

Fotos: Anna Lena Gerharz

Love yourself,

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Kommentar

  1. Du sagst es: es soll selbstverständlich sein (oder besser werden), die Vielfalt, die da ist, auch zu zeigen und zu sehen. Gleichzeitig bleibt „Schönheit“ ein schwieriges Terrain. Eine Aussage wie „Jeder ist schön.“ ist so einfach nicht richtig – muss sie aber auch nicht sein. Wichtig ist, dass wir uns bewusst sind, dass unsere Maßstäbe relativ sind – und uns vor allem nicht gegenseitig fertig machen. Und uns ungezwungener über uns austauschen. Wie viele Komplimente werden überhört oder nur gedacht?