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5 Tipps gegen Heißhunger – Sei gut zu dir

Ich berichte in diesem Artikel und in meiner Kolumne „Bye Bye Panzer“ über sehr persönliche Erlebnisse aus meinem Leben und meinem Weg aus der Essstörung. Es könnte sein, dass dich dieses Thema in irgendeiner Form triggert oder dir nicht gut tut. Bitte achte auf dich.

Wenn der Heißhunger kommt.

Dieser Beitrag ist ein Wunschbeitrag meiner Leser und ich freue mich sehr darüber, dass du meinen Content auf Kurvenrausch mitgestaltest.

Heißhunger Attacken sind tückisch und wir haben meistens Angst vor ihnen. So ging es mehr früher sehr oft bzw. habe ich auch heute noch sehr viel Respekt vor Essanfällen.
Seitdem ich über meine Essstörung öffentlich mit dir spreche und in meiner Kolumne“Bye Bye Panzer darüber schreibe, erreichen mich jeden Tag Nachrichten und viele, viele Fragen.

Ich kann nicht immer allen persönlich antworten. *Puh* Ich denke, das verstehst du. Um so wichtiger ist mir daher die Kommunikation auf diesem Wege. Ich erläutere dir heute meinen Weg und meinen Umgang mit Heißhunger. Vielleicht kann ich dir mit meinen Erfahrungen weiterhelfe. Liebe Kurvenrauschis, dieser Beitrag ist für euch!

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Die Angst vor einem Fressanfall

Wenn du dein Leben lang auf Diät warst kennst du das. Die Angst schwingt immer im Hintergrund mit. Die Angst, dass du die Beherrschung verlierst und wieder alles sinnlos in dich hinein stopfst.
Heißhunger-Attacken begleiten mich schon sehr lange. Mal treten sie mehr auf, mal weniger. Eine Zeit lang waren sie sogar mal ganz weg.

Heute, auf dem Weg der Genesung weiß ich, dass meine Fressanfälle von Anfang an einen Sinn hatten. Sie haben mir in der Kindheit geholfen und mir Halt gegeben. Waren Schutz und Abwehr zugleich, haben mich eingelullt und ruhig werden lassen – bis heute.
Sinnlos waren diese Anfälle also nie. Noch heute merke ich, wenn ich bei ihnen den Druck ablassen kann, die Angespanntheit, die Angst und Wut. Essen ist immer da, Essen fragt nicht, Essen gibt und nimmt zugleich sehr viel.

Mit dem Fokus auf dem Essen habe ich lange Zeit meines Lebens verbracht. Gekoppelt mit einem Fokus auf meinem Styling und meiner äußeren Erscheinung. Jetzt, seit circa 8 Monaten, bin ich gefestigter. Es ist nicht schlimm, wenn ich nicht jeden Tag aussehe wie aus dem Ei gepellt oder keine Lust habe auf ein Styling. Es ist in Ordnung, wenn ich mich zurückziehe und mir eine Auszeit nehme. Auch mitten in der Woche oder mitten am Tag. Das war nicht immer so.

Ich habe mich besser kennengelernt und mich sehr viel mit mir beschäftigt. Ich weiß und merke es körperlich, wenn ich Ruhe, Distanz, Erholung, Action oder Bewegung brauche.
Wenn ich mir meine Zeit nicht nehme, dann gerate ich ins Straucheln und Heißhunger oder das konstante Suchen nach Nahrung beginnt. „Herumgrasen“ nenne ich es in diesem Fall.

Wenn ich wieder völlig außer Balance bin helfen mir diese 5 Techniken
Davor und danach!

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1. Halte Emotionen aus!

Ich möchte dir sagen, dass du keine Angst vor aufkommenden Gefühlen oder Emotionen haben musst. Das große Problem mit Problemen oder Ängsten ist, dass wir sie nicht haben oder fühlen wollen. Dabei sind sie Wegweiser und Zeichengeber. Sie teilen uns viel mit, ohne direkt mit uns zu sprechen.

Wenn du also merkst, dass die Schokolade in der Speisekammer nach dir ruft dann bleibe ruhig. Versuche mal in dich hineinzuhören, was du eigentlich möchtest. Geht das? Wonach ist dir? Was ist passiert, dass du dich wieder am liebsten verstecken möchtest und warum muss die Schoko wieder alles richten.?! Das kann sie gar nicht! Sie ist nur ein Symptom, eine Angewohnheit, die uns ruft.

Was aber, wenn wir diese Emotionen nicht verdrängen und aushalten? Was ist, wenn wir sie uns genau ansehen und ihnen sagen, dass sie Dasein dürfen? Wenn wir einfach sitzenbleiben und von mir aus losheulen? Oder wenn wir aktiv werden?

2. Werde aktiv

Schmerzende Gefühle, die tief in uns stecken sind wie eine Wunde, die zwar anfängt zu heilen aber niemals ganz. Desto wichtiger ist es, dass wir uns ihnen stellen und sie ganz verheilen können.

Du kannst dir Erleichterung verschaffen, indem du aktiv wirst, falls du etwas einfach nicht aushalten kannst.

Rufe eine vertraute Person an, rede mit einem Menschen, den du alles anvertrauen kannst.
Schreibe in dein Tagebuch
Male, mache Sport, tanze, drehe die Musik ganz laut auf und versinke darin.
Nimm ein ausgiebiges Bad und verwöhne dich.
Lies ein Buch.
Hau in ein Kissen!
Zerreiße Papier …
Was immer du machst, sei gut zu dir!

3. Erstelle deine eigene persönliche Notfallkiste

Falls es dir nicht leicht fällt oder du wie ich, nicht zu den spontansten Menschen auf diesem Planeten gehörst, dann wird es Zeit für eine Notfallkiste.
Schnapp dir einen leeren Schuhkarton und beklebe diesen mit Bildern oder male ihn an. Du kannst auch Zeitungsausschnitte nehmen – was dir gefällt.
In diese Notfallbox legst du Dinge hinein, die dir bei einem Essanfall helfen.
Ein Tagebuch, deine liebste CD, persönliche Erinnerungen, Stifte, Papier und Zettel, Bastelsachen … Du kannst auch dir vertrautePersonen bitten liebe Dinge über dich aufzuschreiben. Was schätzen sie an dir, warum lieben sie dich, was macht dich einzigartig?

4. Verzeihe dir. Egal wie oft.

Wenn ich eines gelernt habe, das ist es mir zu verzeihen und mir die 1000ste Chance zu geben.
Nach jeden Fressanfall fühlte ich mich am nächsten Tag oder direkt danach furchtbar. Ich bestrafte mich innerlich mit den schlimmsten Worten und darauf folgte am kommenden Tag der nächste Fressanfall. Eine ewige Spirale.
An manchen Tagen, nach besonders schlimmen Anfällen, fühlte ich mich als hätte ich die Nacht durchgemacht. So als hätte ich einen Kater vom Alkoholkonsum am Vortag.

Um nicht in einer Spirale aus Selbsthass und Selbstabwertung zu enden habe ich mir immer wieder verziehen. Ich bin es leid Essen in Gut und Schlecht einzuteilen. Das ist keine Lebensqualität, wenn ich mich selbst kasteie und mir alles verbiete.

Wichtig ist, dass du dir sagst, dass du diese Anfälle noch gebraucht hast oder immer noch benötigst. Dass sie nicht von heute auf morgen verschwinden und das du dich für dein Handeln nicht bestrafen musst sollte dir klar werden. Du verdienst ein gesundes Leben, ohne Essdruck. Und dieses Leben wird kommen!

5. Sorge dafür, dass deine Seele und dein Körper genährt sind.

Essen ist erstmal nur Essen – ganz nüchtern betrachtet. Wir alle wissen aber, dass uns übermaßiges Essen krank machen kann. Ich möchte dich von Herzen bitten, deine Kalorientabellen zu ignorieren und ein gesundes Essverhalten zu entwickeln. Der Weg dahin ist lang aber wichtig und für dich wertvoll. Keine Pulver, keine Lightprodukte oder Wunder-Shakes können dir dabei helfen. Ernähre dich gesund, du weißt genau wie das geht. Vertraue dir!


Koche für dich, nehme dir Zeit fürs Essen und für die Zubereitung. Decke dir den Tisch, wenn auch nur für dich. Liege nicht auf dem Sofa oder im Bett. Lenke dich nicht ab und lasse dich berieseln. Sei Achtsam, konzentriere dich auf dich und deine Genesung.

Was deine Seele braucht, dass musst du selbst herausfinden. Ich hatte lange keine Hobbys, keine Passion für irgendwas. Für mich gar es nur alles oder nichts. Nur schlank würde ich ein wundervolles Leben haben.

Lasse dir Zeit auf deiner Reise. Lebe, lache, esse mit Genuss, sei gut zu dir und deinem Körper.

Alles Liebe,

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  1. Vielen lieben Dank für diesen Post. Ich habe mich in jedem Wort wieder gefunden. Du bist ein Vorbild und ich bin dankbar das du deine Erfahrungen mit uns teilst. ❤