Skip links

Dick und Fit – das ist (k)ein Widerspruch?!

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit PME Familienservice entstanden.

Hallo, du

ein neuer Artikel aus der Reihe #dickimgeschäft wartet auf dich, den ich in Kooperation mit dem pme Familienservice für euch schreibe.

Nochmal kurz zur Erklärung
Wer ist der Pme Familienservice:

Die pme Familienservice Gruppe steht Berufstätigen bei Krisen zur Seite, z.B. bei Konflikten am Arbeitsplatz, Sucht- oder Partnerschaftsproblemen.

Eltern unterstützt die pme Familienservice Gruppe dabei, die passende Kinderbetreuung zu finden und bietet in über 60 Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen hochwertige und flexible Pädagogik. Im Rahmen der pme Akademie werden Seminare, Workshops und Coachings zum Themenkomplex Personalführung und Personalentwicklung angeboten.

Tanja Marfo Sport

Dicke Menschen beim Sport

Als dicke Frau biete ich optisch Angriffsfläche. Meine Hülle sorgt regelmäßig für Aufmerksamkeit.

Nun gut, ich bin auch 186 cm groß und fühle mich mit meiner Größe und Fülle manchmal wie ein Zirkuspferd. Ganz besonders beim Schwimmen und Sport gibt es keine Möglichkeit, mich zu verstecken – so wie ich es früher immer getan habe.

Fitness-Studios sind ganz oft für dicke Menschen ein Ort des Grauens. Trust me, ich spreche hier aus Erfahrung, und ich kenne eure Geschichten, die ihr mir fast täglich schickt.

Es kostet manchmal Überwindung, sich ohne Angst und Vorurteile ins Sportstudio zu begeben.
Denn genau so, wie trainierte Menschen ihre Gedanken-Schranken uns gegenüber haben, so sieht es auch bei uns Übergewichtigen aus. Früher dachte ich, dass ich von diesen „Muskelpaketen“ ausgelacht und angegafft werde. Dass ich neben den trainierten „Muckimännern“ blöd aussehe. Dass diese Männer und Frauen nur ihren Sport im Kopf haben und mich blöde belächeln.

Fällt dir etwas auf? Meine Gedanken waren ebenso abwertend und eingegrenzt. Auch ich schleppte jahrelang Vorurteile gegenüber sportlichen Menschen mit mir rum. Das ist genauso blöd wie andersrum. Denn was wollen wir, welchen Effekt möchten wir erzielen, wenn wir ins Sportstudio gehen? Nein, abnehmen ist hier nicht das Thema! Ha, erwischt?

Beweglichkeit und Mobilität

Mein Thema ist Beweglichkeit, Mobilität, ein besseres Körpergefühl, Muskelaufbau und Funktionalität. Ich werde keine Cindy Crawford – diese Illusion habe ich nicht. Aber ich will fit sein, will im Funktional-Bereich Gewichte stemmen, auf dem Laufband schwitzen, laufen können, hüpfen und springen. Die TRX-Bänder verfluchen und die Box-Kniebeugen absolvieren. Ich will Fortschritt und Verbesserung, und das habe ich auch mit einem dicken Körper verdient.
Ich muss nicht eine bestimmte Kleidergröße oder ein Gewicht erreichen. Ich will mich besser spüren, mich auspowern. Meinen Frust, meine Wut und meine Freude im Sport erleben. Das gibt mir meine Fitnessroutine. Sie macht mich stark, belastbarer und gibt mir einen freien Kopf. Diese Zeit beim Sport ist meine Zeit!

Tanja Marfo Sport

Und ja, ich möchte gut aussehen beim Sport. Nein, ich verherrlichte Adipositas nicht!

Mein Kopf darf wie eine Tomate leuchten, und ich muss auch nicht perfekt geschminkt sein. Aber ich habe gerne eng am Körper anliegende Kleidung. Ich mag nicht, dass es rutscht und zwackt.
Und genau da liegt der Hund begraben – es gibt so wenig in meiner Größe.

Richtig schöne Sportkleidung muss ich suchen wie die Nadel im Heuhaufen.Und mir zeigt diese Tatsache, dass hier die Unternehmen nachrücken und umdenken müssen.

Denn: ja, dicke Menschen machen Sport. Klingt unglaublich für manche, aber doch, so ist es.
Denn wenn ich mich vielleicht gerade nicht wohl in meinem Körper fühle, wie kann ich dann von mir erwarten, dass ich mich in Schlabberhose und altem T-Shirt bereit für sportliche Aktivitäten fühle? Auch hier machen Kleider irgendwie Leute und sorgen vor allem für ein Wohlgefühl.

Ab Größe 50 wird es interessant bei der Sportbekleidungssuche, und viele Menschen müssen kreativ werden. Ein enges Baumwollkleid ohne Arm und eine Leggings waren lange meine Lösung.
Gott sei Dank gibt es mittlerweile auch große Sportslabel, die nachziehen und sogar üppige Schaufensterfiguren einsetzen. Die Reaktionen darauf wurden durchaus divers diskutiert, denn nicht jeder versteht, dass dicke Menschen Sportkleidung wollen. Nike wurde sogar unterstellt, Adipositas zu verherrlichen. So ein Blödsinn! Hier sehen wir einmal mehr, wie wichtig Aufklärung ist.

Wenn auch du mehr Bewegung in deinen Alltag bringen möchtest, dann habe ich hier einige Tipps für dich.

Höre auf deinen Körper:

Gib dir Zeit, um herauszufinden, was dir Spaß macht. Ist es walken, schwimmen, Fahrrad fahren, ins Fitnessstudio gehen, Squash spielen, einfach mal die Treppe nehmen …?

Auch kleine Dinge zählen.

Ich habe irgendwann genau damit angefangen: mehr die Treppe zu nutzen und nicht den Aufzug.
Wenn du Zeit hast, steige doch eine Busstation früher aus oder gehe zu Fuß. Auch im stressigen Berufsalltag kann man immer zwischendurch aufstehen und sich bewegen.

Ein Schrittzähler protokolliert täglich meine Schritte, aber ich mache schon lange keinen Wettbewerb mehr daraus.

Gönne dir schöne Kleidung!

Ob es der gutsitzende Badeanzug ist, die perfekte Sporthose oder ein neues Paar Turnschuhe. Wir wollen uns gut fühlen und keinen Schönheitspreis gewinnen. Was immer du für dich möchtest – mach es mit Liebe und Verständnis für dich!

Sei nicht zu übermütig!

Wenn du neu im Thema Sport bist, dann starte langsam! Der größten Fehler wäre es, sofort zu übertreiben. Du brauchst Zeit, und am besten für den Anfang auch professionelle Unterstützung.
Ich weiß, dass sich nicht jeder einen Personal-Trainer leisten kann. Es gibt aber viele kostenlose Angebote, gerade auf YouTube oder bei den Krankenkassen. Übertreibung zu Beginn führt zu Überlastung, Frust, Stress und negativen Gefühlen.

Sport ist genial – wirklich!

Schulsport hat bei mir einfach vieles versaut. Meine Lehrer, die nicht wussten, was sie mit einem dicken und gelenkigen Mädchen machen sollten. Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, wie toll Sport sein kann. Zum Stressabbau einfach mal Boxen, darauf habe ich richtig Lust und möchte das unbedingt mal ausprobieren. Squash und Badminton liebe ich! Sucht euren Sport, euren Ort, an dem ihr euch auspowern könnt. Das ist wirklich hilfreich, sich gut zu fühlen und ein besseres Körperbewusstsein zu entwickeln!

Alles Liebe,

Danke an das Meridian Spa für das Zurverfügungstellen der Räumlichkeiten.

Fotos: Andrea Hufnagel @Kupferfux auf Instagram

Leave a comment

Name*

Website

Comment